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Titus Macchius Plautus – MENAECHMEIArgumentum
(Inhaltsangabe)
Ein sizilianischer Kaufmann hatte Zwillinge.
Einer von beiden wurde ihm geraubt und er starb. Den Namen des geraubten gab der
Großvater väterlicherseits dem Daheimgebliebenen, er benannte ihn von
Sosicles um in MENAECHMUS:. Und als dieser herangewachsen war, suchte seinen
Zwillingsbruder an allen Küsten. Schließlich gelangt er nach
Epidamnus. Hier ist der geraubte aufgezogen worden. Alle, seine Geliebte, seine
Frau und sein Schwiegervater, glaubten, dass er der Bürger MENAECHMUS: sei.
Schließlich erkennen sich die Brüder gegenseitig.
Prologus - SCAENA EPIDAMNI (Szene in
Epidamnus)
Gleich zu Beginn verkünde ich für
mich und für euch ein ‚Grüß Gott‘! Ich bringe euch
Plautus, nicht in der Hand, in der Sprache. Ich bitte, dass Ihr ihn mit
geneigten Ohren aufnehmt. Nun vernehmt den Inhalt und passt (schön) auf.
Ich werde mich kurz fassen, soweit dies möglich ist:
Es war einmal ein alter Mann aus Syrakus. Ihm
wurden zwei Zwillingsbrüder geboren. Diese waren von so gleicher Gestalt,
dass selbst Ihre Amme, die ihnen die Brust gab, sie nicht unterscheiden konnte,
wie auch ihre richtige Mutter, die sie zur Welt gebracht hatte.
[Blatt 4]
ACTUS PRIMUS Die Jugend hat mir den Namen PENICULUS: (der
Hungrige) gegeben, weil ich, wenn ich esse, den Tisch ratzekahl abputze.
Menschen, die den Gefangenen in Ketten anlegen und die entflohenen Sklaven
Fußfesseln anlegen, handeln meiner Meinung nach allzu dumm. Denn einem
unglücklichen Menschen hat er eine größere Begierde zu entlaufen
und sich nichtsnutzig zu benehmen, wenn zum einen Übel noch ein anderes
Übel dazukommt. Denn auf irgendeine Weise befreien sie sich von den Ketten.
Da feilen sich diese mit Fußfesseln gefangenen ein Kettenglied mit einer
Feile durch oder sie schlagen mit einem Stein eine Niete heraus, das sind
Kleinigkeiten.
Wen du richtig bewahren willst, dass er nicht
entflieht, den gehört es sich, an Speise und Trank zu binden. Am vollen
Tisch sollst du dem Mann den Schnabel binden! Solange du einem Sklaven
anbietest, dass er ißt und trinkt, und zwar täglich genug nach seiner
Meinung, wird er niemals fliehen, selbst wenn er steckbrieflich gesucht wird.
Leicht wirst du ihn behalten, wenn du ihn mit dieser Fessel bindest. So zäh
sind diese Essensfesseln, je mehr du sie dehnst, desto fester werden
sie.
Nun gehe ich zu diesem Menaechmus, zu dem zu
gehe ich mir schon lange überlegt habe. Ich gehe freiwillig, damit er mich
fesselt. Denn dort ernährt der Mensch nicht nur die Menschen, er
mästet sie und lässt sie aufblühen. Keiner macht eine bessere
Medizin. So ist der junge Mann; er gibt die größten Essensmengen und
Getreideerzeugnisse und er beschichtet die Tische mit so hohen Stapeln, dass man
auf der Liege stehen muss, um etwas von oben zu erhalten. Diese vielen Tage habe
ich schon Abstand gehabt. Zu Hause bin ich ständig eingeschränkt mit
meinem Leben, denn ich esse nicht und ich nehme nicht, wenn es nicht das
Teuerste ist. [...] Nun besuche ich ihn. Aber die Tür wird geöffnet.
Ich sehe Menaechmus persönlich; er tritt aus der Tür
heraus.
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